Selbstmarketing: Wie positioniere ich meine Fähigkeiten?

Selbstmarketing heißt sichtbar werden und sollte aufzeigen, wofür Sie eigentlich stehen. Die erste Stufe dazu ist die Segmentierung Ihrer eigenen Fähigkeiten. Wie das funktioniert, habe ich im letzten Blog-Beitrag gezeigt.

Entscheidend ist nun die zweite Stufe. Sie müssen Ihre Fähigkeiten richtig positionieren. Im klassischen Absatzmarketing ist dies die Königsdisziplin. Und so ist es auch im Personenmarketing, besonders auch im Hinblick auf Social Media. Schließlich geht es ja nicht nur um Ihre Fähigkeiten an sich, sondern um jene Merkmale, die Sie von anderen Mitbewerbern abheben, also differenzieren sollen.

Um der Bedeutung Ihrer Positionierung gerecht zu werden, müssen die entscheidenden Fragen hierzu ehrlich und mit innerer Überzeugung beantwortet werden. Es geht darum, Ihre Fähigkeiten so zu positionieren, dass Sie von dieser Positionierung auch selbst überzeugt sind.

Wo stehe ich?

Mit der Frage „Wo stehe ich?“ oder vielleicht auch „Wo komme ich her?“ geht es um Ihr persönliches Stärken-Schwächen-Profil.

In diesem Profil sollten private und berufliche Schwächen ebenso benannt werden wie private und berufliche Stärken.

  • Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen?
  • Verfüge ich über bestimmte Eigenschaften, Merkmale, Erfahrungen, Sprachkenntnisse etc., die andere nicht oder nicht in einer bestimmten Kombination haben?
  • Habe ich einen gewissen Alleinstellungsanspruch? Unternehmen sprechen hier vom USP (Unique Selling Proposition).
  • Gibt es aber auch Fähigkeiten, über die ich nicht verfüge, die jedoch für meine berufliche Entwicklung unabdingbar sind?
  • Habe ich ehrenamtliche Nebentätigkeiten (Vereine, Fachschaft, Freundeskreis etc.)?
  • Kann ich vertriebliche Erfolge vorweisen? Habe ich in bestimmten Projekten besondere Probleme gelöst? Habe ich eigene Ideen oder Vorschläge zur Problemlösung eingebracht?

Wo will ich hin?

Nachdem Sie Ihre Fähigkeiten ausreichend analysiert sowie schriftlich fixiert haben, wissen Sie ganz genau, was Sie zu bieten haben.

Jetzt folgt die Beantwortung der zentralen Frage: „Wo will ich inhaltlich hin?“ Es geht also um Ihre beruflichen Zielvorstellungen.

An dieser Stelle müssen wir ein Splitting der beiden Zielgruppen, die sich ganz besonders für das Selbstmarketing eignen, vornehmen:

  • Berufseinsteiger (in der Regel Hochschulabsolventen)
  • Berufswechsler bzw. Arbeitgeberwechsler (zumeist unzufriedene Arbeitnehmer)

Berufseinsteiger

Als Berufseinsteiger sollten Sie sich intensiv darüber Gedanken machen, welche Branchen (Automotive, Banken, Public, …) und/oder welche Funktionsbereiche (Marketing, Personal, Logistik, …) für die Erstanstellung in Frage kommen.

Häufig hat man sich aber auch schon mit der Wahl des Studienganges und der Studienfächer ein wenig festgelegt. Dies gilt zumeist für die weitere Festlegung, wenn man sich für einen bestimmten Funktionsbereich entscheidet. Mit anderen Worten, wenn man sich beispielsweise für den Funktionsbereich Marketing als Studiengang entscheidet, dann bleibt man zumeist auch in diesem Bereich hängen.

Der Einstieg ins Berufsleben ist nach dem Abitur die zweite wichtige Weichenstellung. Jetzt, an dieser Stelle besteht aber immer noch die Möglichkeit, die bisherige Studienlaufbahn zu reflektieren und sich gegebenenfalls anders zu orientieren. Besonders wichtig ist daher die Identifizierung zukunfts- und wachstumsträchtiger Branchen, denn in diesen bieten sich interessante Aufgaben und gute Entwicklungschancen.

In einem weiteren Schritt ist sodann zu überlegen, welches Unternehmen innerhalb der Zielbranche oder des Zielfunktionsbereiches für Sie in Frage kommt. Immer dann, wenn ein sehr gutes Abschlusszeugnis vorliegt, hat man als sogenannter High Potential so ziemlich die freie Auswahl. Hier bieten sich vornehmlich namhafte Unternehmensberatungen oder die Führungsnachwuchsabteilungen von DAX-Konzernen mit ihren Traineeprogrammen an.

Arbeitgeberwechsler

Als potenzieller Berufs- oder besser Arbeitgeberwechsler liegt eine etwas andere Entscheidungssituation vor Ihnen. Zunächst einmal müssen Sie sich darüber im Klaren werden, ob ein Arbeitgeberwechsel überhaupt der richtige nächste Schritt für Sie ist. Sie sind zwar mit Ihrem derzeitigen Beruf oder Ihrem beruflichen Umfeld unzufrieden. Dieser Umstand kann aber verschiedene Ursachen haben, die nicht unbedingt Ihr Arbeitgeber zu vertreten hat. Mit anderen Worten: Könnte sich Ihre derzeitige Situation nicht gravierend positiv verändern, wenn Sie beispielsweise über bessere Sprachkenntnisse verfügen oder wenn Sie sich gegenüber Ihren Vorgesetzten besser verkaufen würden?

Dieser Katalog ließe sich beliebig fortführen. Wichtig ist eigentlich nur die Erkenntnis, dass die Unzufriedenheit mit Ihrem Job durch entsprechende Schulungen, durch Verhaltensänderungen oder durch ein besseres Zeit- oder Selbst­management leicht zu beseitigen wäre.

Wenn Sie aber zu dem Entschluss gekommen sind, dass zu viele gute Gründe für einen Arbeitgeberwechsel sprechen, dann ist in einem nächsten Schritt zu ergründen, welche anderen Arbeitgeber denn überhaupt für Sie in Frage kommen. Dieser Schritt – also die Entscheidung für welches Unternehmen Sie künftig tätig sein wollen – ist ganz entscheidend für Ihren weiteren Erfolg im Berufsleben. Formulieren Sie dazu Ihre Erwartungen an das Unternehmen, an die Unternehmens- und Führungskultur, an die Position und an die Rahmenbedingungen.

In welcher Umgebung will ich mich positionieren?

Sie stehen hier also vor der Herausforderung, sich im richtigen Arbeitsumfeld zu positionieren. Doch was heißt „richtiges Arbeitsumfeld“? Gibt es auch ein „falsches Arbeitsumfeld“?

Die Frage ist deshalb wichtig, weil die Wahl eines neuen Arbeitsgebers auch immer mit der Wahl einer neuen Arbeitskultur zusammenhängt. Digitalisierung, New Work, Agilität sind hierzu die Stichworte. Wie wollen Sie sich in diesem Umfeld positionieren? Die Digitalisierung ist in allen Branchen ein absolutes Muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Produkte, Wertschöpfungsnetze und Unternehmenskultur wollen im Zuge der Digitalisierung weiterentwickelt werden.

Im Zuge der Digitalisierung wird sich auch die Nachfrage nach einer Vielzahl völlig neuer Fachfunktionen und Branchenthemen im Zusammenhang mit dem Verständnis und der Nutzung der neuesten aufkommenden Technologien beschleunigen. Besonders gefragt sind künftig KI- und Machine Learning-Spezialisten, Big Data-Spezialisten, Prozessautomatisierungsexperten, Informationssicherheitsanalysten, Mensch-Maschine-Interaktions­designer, Robotik-Inge­nieure und Blockchain-Spezialisten, aber auch Scrum Master oder Scrum Product Owner aus einer agilen Organisationsumgebung.

Bei hochqualifizierten Digital-Jobs, aber auch bei Jobs mittlerer Qualifikation im Handwerks- und im Pflegebereich trifft eine hohe Nachfrage auf zu wenige Bewerber mit entsprechenden Kompetenzen. Auf allen Gebieten, die mit zwischenmenschlichen Beziehungen, individuellen Dienstleistungen, Kreativität und den Mensch-Maschine-Schnittstellen zu tun haben, werden – ebenso wie in der Digitalbranche – viele neue Tätigkeiten entstehen. Dagegen sind Personen mit veralteter oder niedriger Qualifikation besonders gefährdet, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Wenn Sie jetzt Ihre Stärken damit abgleichen und dann feststellen, dass der Erfüllungsgrad an allen beruflichen Kriterien sehr hoch ist, dann sollten Sie ziemlich sicher sein, dass Sie auf dem besten Wege sind, zukünftig (wieder) spannende Projekte zu stemmen, innerhalb gegebener Strukturen eine erkennbare Posi­tion einzunehmen und last but not least: gut zu verdienen.

Fazit: Positionierung öffnet Ihnen die Tür zu einem wirkungsvollen Selbstmarketing. Positionierung schafft innere Klarheit über das, was Ihnen wichtig ist und was Sie ausmacht. Positionierung ist die Voraussetzung für Ihre Personenmarke. Positionierung heißt die Frage beantworten: „Wofür möchte ich stehen?“ und „Was möchte ich davon sichtbar machen?“

Wenn Sie das Thema interessiert, dann sollten Sie hier unbedingt einen Blick hineinwerfen:


   

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