Wie sieht der ideale Einstieg in die Unternehmensberatung aus?

Gibt es darauf überhaupt die eine richtige Antwort? Nein, genauso, wie bekanntermaßen viele Wege nach Rom führen, so führen ebenso viele Wege in die Unternehmensberatung. Aber es gibt sicherlich einige Wege, die bequemer, einfacher und vielleicht auch erfolgreicher als andere Wege sind.

Naturgemäß ist der (klassische) Weg über Hochschulabschluss, Bachelor, Praktika und Master einfacher als der Weg über Hochschulabschluss, Berufsausbildung zum Industriekaufmann, berufsbegleitendem Bachelor und berufsbegleitendem Master bzw. über den zweiten Bildungsweg. Doch das ist nicht entscheidend. Wichtig ist einzig und allein, dass man die Chance zu einem Vorstellungsgespräch bei einem Beratungsunternehmen erhält. Dann hat man alles Weitere selbst in der Hand. Also, es geht um die Eintrittskarte zu einem Vorstellungsgespräch. Doch dazu später mehr.

Warum ist die Beratungsbranche eigentlich so beliebt? Warum ist sie die meist genannte Wunschbranche der BWL-Hochschulabsolventen? Warum sieht jeder zweite von ihnen in der Unternehmensberatung den Karriereeinstieg?

Die Antwort ist einfach: Nur wenige Berufsgruppen haben es so hautnah mit Trends im Management, Technologie und Organisation – kurzum mit den aktuellen Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft – zu tun wie die der Berater. Eine abwechslungsreiche, herausfordernde Tätigkeit, anspruchsvolles und selbstständiges Arbeiten in Peer-Groups, hervorragende Weiterbildungsmöglichkeiten und gute Bezahlung werden daher mit dem Berufsbild des Beraters in Verbindung gebracht.

Den offensichtlichen Vorzügen stehen hohe Anforderungen an Mobilität und Flexibilität als Nachteil gegenüber. Schließlich ist es eine Tatsache, dass nahezu jedes Beratungsprojekt überall angesiedelt ist, nur nicht am eigenen Wohnort.

Vor diesem insgesamt komfortablen Hintergrund des Berufsstandes Beratung stehen aber zunächst erhebliche Anforderungen in den Bereichen Wissen, Kompetenzen und Qualifikationen. Während die Wünsche der Beratungsfirmen hinsichtlich

  • Kompetenzen (z.B. Dienstleistungsdenken, Teamfähigkeit, analytisches Denkvermögen) und
  • Wissen (z.B. Präsentations- und Moderationstechniken, Wissen um Zukunftstrends)

zumeist nur im direkten Kontakt herausgefunden werden können, sind Qualifikationen eher formal und müssen zwingend durch Zeugnisse etc. im Vorfeld belegt werden.

Das Wichtigste sind also die Qualifikationen. Sie entscheiden darüber, ob man die Eintrittskarte zu einem Vorstellungsgespräch bekommt. Und genau das muss das erste Ziel für den Einstieg in die Unternehmensberatung sein. Nachgefragt im Bewerbungsschreiben werden hier:

  • Überdurchschnittlicher Notendurchschnitt
  • Berufserfahrung (bei Hochschulabsolventen belegt durch funktionsorientierte Praktika oder Praktika in der Beratung und im Ausland)
  • Berufsausbildung mit Masterabschluss (BWL, VWL, Wirtschaftsingenieur, Informatik und zunehmend Mathematik und Physik)
  • Außeruniversitäres Engagement.

Das zweite Ziel ist dann der gute Eindruck, den man beim Bewerbungsgespräch hinterlassen sollte. Hier entscheidet nicht mehr die Qualifikation, sondern einzig und allein ihre Persönlichkeit, in die Ihr Gegenüber möglichst tief eintauchen möchte. Einstellungen, Werte, Interessen, Talente, Motivation, Integrität, Loyalität sind Eigenschaften, die das Unternehmen erst später – aber dann mit aller Wucht – zu spüren bekommt. Beratung ist schließlich „People Business“ und daher legt jede Beratungsorganisation sehr viel Wert darauf, die passenden Mitarbeiter zu finden.  

Letztlich läuft der Einstiegsprozess in die Unternehmensberatung in fünf Stufen ab, die hier zusammengefasst aufgeführt sind:

Abschließend noch sechs Tipps für den angehenden Unternehmensberater bzw. die angehende Unternehmensberaterin:

  1. Tipp: Gute Abschlussnoten (mind. eine Eins vor dem Komma)
  2. Tipp: Freude an den MINT-Fächern haben (Stichwort: Digitalisierung)
  3. Tipp: Praktika nach Bachelorabschluss und vor Masterbeginn bei bekannten Firmen durchführen
  4. Tipp: Belegen Sie eine Vorlesung/Übung zum Thema “Business Consulting & Change Management”
  5. Tipp: Auslandsaufenthalt mit Praktikum verbinden. Ohne Englisch geht gar nichts.
  6. Tipp: Bauen Sie sich ein Netzwerk auf. Karriere machen Sie zumeist nicht ohne einen Godfather.

Weitere Hinweise zur persönlichen Einschätzung finden Sie hier:


  

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